Was ist Fernüberwachung

Die medizinische Fernüberwachung in Echtzeit ist ein strukturiertes Versorgungskonzept, das die kontinuierliche Beobachtung lebenswichtiger Parameter eines Kindes oder einer betreuten Person in Echtzeit ermöglicht. Die Vitaldaten werden fortlaufend an eine Überwachungszentrale übertragen, wo sie von qualifizierten Fachpersonen überwacht und beurteilt werden. Ergänzend stehen Audio- und Videobilder zur Verfügung, sodass ein umfassendes klinisches Bild entsteht und Veränderungen frühzeitig erkannt werden können.

Ziel des Konzepts ist es, Kindern und anderen betreuungsbedürftigen Personen die Möglichkeit zu geben, trotz medizinischer Risiken in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung zu leben – ohne auf die Sicherheit einer professionellen Beobachtung verzichten zu müssen. Die Fachpersonen in der Überwachungszentrale reagieren unmittelbar auf Abweichungen, leiten Angehörige im Bedarfsfall an und koordinieren die notwendigen Schritte.

Die Fernüberwachung ergänzt die bestehende medizinische Versorgung und schafft einen verlässlichen Rahmen für die nächtliche Betreuung. Sie verbindet moderne Technologie mit fachlicher Expertise und ermöglicht dadurch eine stabile, sichere und kontinuierliche Überwachung außerhalb des Spitals.

Technische Architektur

Die medizinische Fernüberwachung in Echtzeit basiert auf einer sicheren, modularen Systemarchitektur, die aus zertifizierter Sensorik, einer zuverlässigen Datenverarbeitung und einer zentralen Überwachung besteht. Am Standort der betreuten Person werden die für die kontinuierliche Erfassung der relevanten Parameter notwendigen Komponenten installiert. Dazu gehören:

  • Kamera mit bidirektionaler Audiofunktion für visuelle Beobachtung und direkte Kommunikation
  • zertifiziertes Vitaldatenmonitoring zur kontinuierlichen Messung der lebenswichtigen Parameter (z. B. Herzfrequenz, Atemmuster, Sauerstoffsättigung)
  • der MFE-Cube, eine von uns entwickelte Verarbeitungseinheit, die die Daten bündelt, verschlüsselt und sicher an die Überwachungszentrale überträgt

Die erfassten Vital- und Aktivitätsdaten werden über eine geschützte Verbindung an den zentralen Server und von dort an die Arbeitsplätze in der Überwachungszentrale weitergeleitet. Dort beurteilen qualifizierte Fachpersonen kontinuierlich die Vitalwerte sowie die Video- und Audioübertragung. Eine unterstützende Software hilft bei der Priorisierung, indem sie Messwerte anhand definierter Parameter einordnet.

Bei relevanten Veränderungen oder Auffälligkeiten wird das Fachpersonal automatisch auf die Situation aufmerksam gemacht. Die Fachpersonen reagieren unmittelbar, überprüfen den klinischen Kontext und leiten — falls notwendig — weitere Schritte ein, einschließlich der Kontaktaufnahme mit den Angehörigen.

Alle Daten werden in der Schweiz verarbeitet und gespeichert. Die Server befinden sich in einem modernen Rechenzentrum mit ISO 27001-Zertifizierung, das strenge Anforderungen an Informationssicherheit, Zugriffskontrollen und Datenschutz erfüllt. Dadurch ist die Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten besonders geschützt, hochverfügbar und nachvollziehbar.